Ein Pferde-Lkw, ein Kaffee und schnelle Hilfe
Manchmal braucht es keine komplizierte Lösung, sondern einfach Menschen, die anpacken
Heute Mittag gab es vor unserer Wache in der Aachener Soers einen Anblick, der selbst bei unseren Leuten für erstaunte Gesichter sorgte: Plötzlich stand dort ein großer Pferde-Lkw.
Hat der sich verfahren?
Schnell stellte sich heraus: Nein. Der Lkw stand an der Zufahrt zum Lkw-Parkplatz, konnte dort aber wegen fehlender Papiere und Berechtigungen zunächst nicht einfahren. Das Problem dabei: An dieser Stelle treffen gleich mehrere wichtige Zufahrten aufeinander. Parkhaus, Taxistand und die Fahrbereitschaft des Veranstalters mussten weiterhin erreichbar bleiben.
Kurz gesagt: Es ging nichts mehr.
Normalerweise sehen wir die großen Trucks nur vorbeifahren
Mit den Pferde-Lkw haben wir Verkehrskadetten normalerweise eher wenig zu tun. Sie gehören hauptsächlich in den Bereich der Stallungen. Wenn die großen Fahrzeuge an uns vorbeifahren, staunen wir selbst immer wieder über ihre Größe.
Heute war das anders. Eine schnelle Lösung musste her – und manchmal funktioniert die am besten ohne lange Umwege.
Unser Leiter Michael Günter sprach mit dem Fahrer und machte einen einfachen Vorschlag: Der Lkw kommt erst einmal aus der problematischen Zufahrt heraus, der Fahrer wartet bei uns an der Wache bei einem Kaffee und währenddessen kümmern wir uns gemeinsam darum, dass die notwendigen Freigaben organisiert werden.
Gesagt, getan.
Plötzlich wurde der Streifenwagen viel interessanter
An der Wache angekommen, stellte sich allerdings heraus, dass im Lkw nicht nur der Fahrer saß. Mit dabei war auch der gerade einmal zweijährige Nachwuchs der Reiterfamilie.
Und für den wurde die ungeplante Wartezeit ziemlich schnell zum kleinen Abenteuer.
Die vielen Einsatzfahrzeuge vor unserer Wache waren natürlich deutlich spannender als irgendwelche fehlenden Papiere. Die Kollegen der Polizei ließen den kleinen Besucher in einem Streifenwagen Platz nehmen. Dazu gab es noch ein Polizei-Malbuch.
Während Papa und Kind beschäftigt waren und der Streifenwagen ausführlich erkundet wurde, liefen im Hintergrund die Telefone heiß. Die notwendigen Ansprechpartner wurden erreicht, die Situation erklärt und die erforderlichen Freigaben organisiert.
Mit Begleitung zum richtigen Ziel
Nachdem der Streifenwagen wirklich auf Herz und Nieren untersucht worden war, konnte es weitergehen. Papa und Nachwuchs stiegen wieder in ihren Pferde-Lkw und unser Technikfahrzeug begleitete sie in Richtung Areal D+.
Dort angekommen war die Erleichterung groß. Die Familie bedankte sich gefühlt zehnmal für die unkomplizierte Unterstützung.
Dabei war das für uns eigentlich gar keine große Sache.
Denn genau solche Situationen zeigen, dass bei allen Plänen, Zufahrtsberechtigungen und organisatorischen Abläufen eines nicht verloren gehen darf: der Mensch.
Manchmal muss man eben Fünfe gerade sein lassen, gemeinsam nach einer Lösung suchen und einfach helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.
Und wenn dabei für einen Zweijährigen noch eine kleine Erinnerung an seinen Besuch bei Polizei und Verkehrskadetten herausspringt, dann war es am Ende für alle Beteiligten ein ziemlich guter Zwischenstopp.